Verstellung des Deutsch-Französischen Chors Paris

Die Geschichte des deutsch-französischen Chors von Paris ist untrennbar mit der großen Geschichte der internationalen Beziehungen und dem Willen der politischen Führungspersönlichkeiten der Nachkriegszeit verbunden, mit allen Mitteln brüderliche Bande zwischen zwei Völkern zu knüpfen, deren untrennbare Schicksale auf eine harte Probe gestellt wurden.
„Der stärkste Trumpf der Freiheit in der Welt sind die gegenseitige Achtung, das Vertrauen und die Freundschaft der Völker.“
General de Gaulle
In diesem Geist der Stärkung der Zusammenarbeit wurde im Januar 1963 der Élysée-Vertrag zwischen Präsident Charles de Gaulle und dem deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer unterzeichnet. Die Austauschbeziehungen vervielfachten sich weit über politische und wirtschaftliche Projekte hinaus. Die Zivilgesellschaft griff diese Dynamik auf, und mit Bernard Lallement, Komponist und Chorleiter, wurde der Chorgesang zu einer gemeinsamen Sache, getragen von Leidenschaft: sich von körperlichen und geistigen Spannungen zu befreien, die Stimmen aufzuwärmen und aufeinander einzustimmen, gemeinsam Seite an Seite zu proben, die Bühne zu betreten, am Konzerttag einheitlich gekleidet aufzutreten und das Publikum mit einem gemeinsamen Lächeln und einhelligem Stolz zu begrüßen. Sich besser kennenzulernen, um sich besser zu respektieren und wertzuschätzen – das ist die erfolgreich eingelöste Wette des Gründers der Bewegung der deutsch-französischen Chöre. Diese Bewegung breitete sich in beiden Ländern aus: 1965 in Berlin, 1968 in München und 1971 in Paris. Heute umfasst sie nahezu zwanzig Vokalensembles (vgl. unsere Partner) in Deutschland, Frankreich, aber auch in Warschau sowie einen assoziierten Chor in Zürich. Jedes Jahr treffen sich die Chorleiter im Zeichen des Begegnungslieds, um die Konzerte zu planen.
Allein oder gemeinsam mit einem oder mehreren anderen Chören der Föderation war der deutsch-französische Chor von Paris bei allen bedeutenden Ereignissen der deutsch-französischen Begegnungen vertreten: im Élysée-Palast unter den Präsidentschaften von Georges Pompidou und Valéry Giscard d’Estaing, in der Kirche der Invaliden in Anwesenheit von Präsident François Mitterrand und Bundeskanzler Helmut Kohl, in der Kunsthalle Bonn anlässlich des Jahrestages des Élysée-Vertrags, bei der Gedenkfeier für Abbé Franz Stock in der Kathedrale von Chartres in Anwesenheit des Bundeskanzlers, beim Jahrestag der Landung der Alliierten in der Normandie in Anwesenheit von Präsident Jacques Chirac und Bundeskanzler Gerhard Schröder.
Jüngst, im Mai 2025, schloss sich der deutsch-französische Chor von Paris den Chören aus Berlin und Warschau an, um gemeinsam in der Französischen Botschaft auf Einladung von Herrn François Delattre, Botschafter Frankreichs in Berlin, und in Anwesenheit von Herrn Jerzy Józef Marganski, Botschafter Polens, zu singen.
Schließlich feiert der deutsch-französische Chor von Paris regelmäßig den Fall der Berliner Mauer auf der Esplanade des 9. November 1989, am jeweiligen Gedenktag, auf Einladung des Rathauses des 15. Arrondissements.
Als große Erbin einer langen Tradition volkstümlicher Lieder, die von Bernard Lallement harmonisiert wurden, hat der deutsch-französische Chor von Paris im Laufe der Jahrzehnte eine sehr reiche und vielfältige Diskographie aufgebaut. Diese Aufnahmen bringen sowohl das regionale musikalische Erbe als auch liturgische Werke oder Weihnachtslieder aus verschiedenen Regionen Frankreichs und anderen Ländern zur Geltung und spiegeln die Vielfalt der Feiertraditionen wider.
Schließlich ist der deutsch-französische Chor von Paris auch die Geschichte einer Gruppe von Freunden, teils seit langer Zeit verbunden, die neue Mitglieder gerne willkommen heißen, um gemeinsam jeden Dienstagabend in guter Stimmung zu proben – unter der erfahrenen und leidenschaftlichen Leitung von Violaine Barthélemy und mit der renommierten musikalischen Präzision ihres Pianisten und Begleiters Bruno Gousset. Es ist ebenso die Geschichte eines Ensembles, das in Frankreich oder in den großen deutschen Städten unterwegs ist, um gemeinsame Momente des Zusammenlebens zu teilen – auf der Bühne oder bei einem gemeinsamen Essen.
Private Konzerte für unsere Mäzene, öffentliche Konzerte mit Klavier, mit kleinem Instrumentalensemble oder Orchester: Das musikalische Programm der CFA Paris legt den Schwerpunkt auf die Entdeckung und Interpretation seltener aufgeführter Werke aus dem klassischen, sakralen, aber auch traditionellen und volkstümlichen Repertoire.

